Hundeführer, ca. Oktober 1989
Unser VP-Meister war zur Verkehrssicherstellung während einer Montagsdemo 1989 in die Bezirksstadt kommandiert.
Daher trägt er den großen Schlagstock ("Bunawurzel" ) offen, sowie für Regulierung den weißen Mützenbezug und den Signalstab ("Bettelstab").
Nach einem Foto eines VP-Veteran zusammengestellt.
Uniform für Kradfahrer des mobilen Begleitkommando des Ministers des Innern.
ca. Mitte der 60ziger Jahre
Die hier dargestellte 2-teilige Echtlederuniform bestehend aus einer Jacke (vorbereitet für einknöpfbares Zusatzfutter) und einer Stiefelhose wurde von Angehörigen der Berliner Motorradstaffel der Volkspolizei getragen.
Die Schulterstücken mit den großen Sternen ("Eisberge") in der schmalen Form von 1954-1967 weisen den Träger als VP-Meister aus.
Die Stiefelhose besitzt noch die alte Hosenträger-aufnahme bevor der Hosenträger "Extra Stark" in den bewaffneten Verbänden der DDR Standard wurde.
An der aufgeschlagenen Jacke sind die Knöpfe, zur Befestigung des Zusatzfutters, gut erkennbar.
Auf den Fotos unten die Hose von vorn und hinten mit den durch Reißverschlüsse verschließbaren Taschen.
An beiden Teilen ist leider nirgendwo eine Stempelung erkennbar.
Die Form der Größenetiketten und die Art der Hosenträger lassen aber gut den Tragezeitraum auf Mitte der 60er Jahre, maximal 1967 (Wechsel der Schulterstücken bei der VP) eingrenzen.
Im Sommer 1989 spitzte sich die innenpolitische Lage in der DDR zu.
Tausende Bürger versuchten einerseits das Land über Ungarn zu verlassen, andererseits wuchs die Unzufriedenheit in großen Teilen der Bevölkerung.
In die irrsinnigen Vorbereitungen der Staatsorgane für einen eventuellen beginnenden Aufstand in der DDR, wurden auch die VP-Bereitschaften einbezogen.
Da man den Bepo Wehrdienstpflichtigen nicht traute, wurden aus VP-Unteroffizieren Sonderkommandos auf Bezirksebene gebildet, die bei erwarteten Demos zum Einsatz kommen sollten.
Im Sommer fand mit einigen dieser neuformierten Kommandos eine Vorführung vor den 1.Sekretären der SED Kreisleitungen auf dem NVA Häuserkampf-Truppenübungsplatz in Lehnin statt.
Im Herbst 1989 kamen einige dieser Einheiten dann in Dresden und Berlin auch tatsächlich gegen Demonstranten zum Einsatz.
Die Genossen vom MdI Berlin verfolgten Ende der 70er aufmerksam den Einsatz der BRD Polizei gegen Anti-Atomkraftgegener usw.
Die westdeutschen Polizeikräfte mit ihren, auch in der DDR Polizei üblichen, kurzen Gummiknüppeln, sahen oft gegen mit Latten und Stangen bewaffnete Demonstranten recht alt aus.
Die VP führte vermutlich daher Anfang der 80er für die Bepo eine 70cm lange Schlagstock Version ein. Überliefert ist auch die Erprobung der Trageweise des Schildes zur Deeskalation auf dem Rücken.
Hierzu wurden Lederriemen mit Karabinern, wie an den ABV Dokumententaschen verwendet, mit einem Ring versehen und dann am Schild aufgeschlauft.
Diese Uniform ist MdI gestempelt und auf dem Rücken bereits mit Schriftzug -POLIZEI- , wie ab Frühjahr 1990 üblich, beschriftet.
Als Oberstleutnant der NVA nach 25 Jahren Dienst zur Volkspolizei gewechselt.
Einen schönen Beleg für den beschrieben Werdegang unseres VP-Oberst finden Sie auch in zwei DDR Bildbänden.
In dem NVA Bildband "Ich schwöre" von 1969 auf Seite 172 unten sehen Sie einen Oberst der Grenztruppen.
Der gleiche Oberst erscheint im Bildband "Polizei des Volkes" von 1985 auf Seite 18 unten wieder als Generalmajor der Volkspolizei.
Er trägt ebenfalls das Akademieabzeichen der DDR-Militärakademie Friedrich Engels und daneben das sowjetische Akademieabzeichen der Hochschule des Ministeriums des Innern in Moskau.
Dieses Abzeichen tragen ab den 70er Jahren fast alle VP-Generäle und diverse Obristen auf entsprechenden Belegfotos in DDR-Publikationen.
Ein Arrangement aus:
Mütze Gr.59, Mantel g52-0, Jacke sg52-1,Hose g52, Stiefelhose g52 m.HT-ES, Hemd 44L weiß m.Binder, Lederkoppel 125cm m. P-Tasche, Leder Handschuhe,
SU-Absolvent Hochschule des MdI in Moskau,
MAK F. Engels 1.Form, VVO Bronze, Für Dienst am Volk, Kampforden Bronze, diverse NVA & VP Orden
Bei den VP-Bezirksdienststellen (BDVP) waren Offiziere für die Ausrüstung und Ausbildung der DDR- Kampfgruppen eingesetzt.
Auf dem Papier unterstanden die Betriebskampfgruppen zwar der Volkspolizei, aber das "Sagen" hatte die Partei (SED).
Diese Uniform könnte ein Oberstleutnant in dieser Form so z.B. bei der Abnahme einer Felddienstübung der Kampfgruppen oder als Manöver- Schiedsrichter getragen haben.
Arrangement aus:
Mütze Gr.57, Jacke sg 52-1, Hose g52 mit HT-ES, Hemd 41L m. Binder, Stiefel chrom 29,5, Lederkoppel 110cm mit Pistolentasche, Fernglas 8x30 MdI, 12 er IS-Spange, Quali 1, Kampfsport 1, Absolvent Hochschule d. Bereitschaftspolizei
Für Volkspolizei "Einsteiger" hier einmal zum Vergleich die Schulterstücken der Schutzpolizei verschiedener Epochen. Ganz links die schmale Form (VP-Meister) mit den großen Sternen (im VP Jargon: "Eisberge" genannt) von 1954 bis 1967.
In der Mitte die etwas breitere Form von 1967 bis 1980.
Ganz rechts ein Polizeiobermeister ab 1980 bis 1990.
Zugführer der Kampfgruppen am 01.Mai 1989 in Paradeuniform.
Arrangement aus:
Anzug m52 (neu) m. HT-ES, Hemd 42L m. Binder, Mütze Gr.58, Koppel 110cm, Pistolentasche Makarow, Stiefel genarbt Gr.29,5, Ordenspangen mit Banner d. Arbeit, Absolventenabzeichen, Bestenabzeichen, DSF, Abzeichen f. Teilnahme am Mauerbau
Fahrlehrer der Kampfgruppen als Regulierer
An vielen Wochenenden war für viele Kampfgruppen-
Angehörige Übung angesagt.
Unser Fahrlehrer begleitet seine Einheit feldmäßig zum Truppenübungsplatz. ca. 1980
Zusammengestellt aus:
Uniform g52 m HT-ES, Stahlhelm mit KG-Bezug,
Schirmmütze Gr.59, Gürtel ca.110cm,
Stiefel genarbt Gr.29, Esda Socken, Regulierstab, Armbinde sowie weiteren Kleinteilen.