Ursprünglich aus der Deutschen Grenzpolizei hervorgegangen, wurden die Grenztruppen im September 1961 auf- und dem Ministerium für nationale Verteidigung (MfNV) unterstellt.
In den ersten 12 Jahren des Bestehens galt die Bezeichnung "Grenztruppen der NVA" und zeigten klar die Zugehörigkeit als vierte Teilstreitkraft der Nationalen Volksarmee.
Im September 1973 erfolgte dann die Umbenennung in die "Grenztruppen der DDR". Vermutlich wollte man, im Zusammenhang mit den laufenden KSZE-Verhandlungen in Helsinki, die Gesamttruppenstärke der NVA herunterrechnen können.
An der Zugehörigkeit zum Ministerium für Nationale Verteidigung änderte dies aber nichts, obwohl die ursprüngliche Deutsche Grenzpolizei noch dem Ministerium des Inneren unterstellt war.
Hier möchten wir also unsere Betrachtung der "bewaffneten" DDR-Uniformen fortführen.
In den 60er Jahren ließen sich insbesondere junge Offiziere eine laut DV erlaubte modische und angesagte Uniform für den Ausgang maßschneidern - den sogenannten Zweireiher.
Diese Uniform war nicht nur optisch attraktiver, sondern auch im Gegensatz zu der, zu dieser Zeit bei den Landstreitkräften üblichen, hochgeschlossen Uniform, angenehmer im Tragekomfort.
Da es ausschließlich persönliche Maßanfertigungen sind und der Träger in der Regel auch nur eine davon hatte, sind diese Uniformen bei Sammlern heutzutage sehr gefragt.
Mit der Einführung der regulären neuen Uniformen in offener Fasson (Hemd & Binder) für alle Teilstreitkräfte um 1974, verschwanden auch die Zweireiher wieder nach und nach.
Das Recht der Fertigung für jeden NVA Angehörigen (ab Dienstgrad Soldat!) blieb aber bis zum Ende der NVA laut Dienstvorschrift bestehen.
Diese Uniform ließ sich der ursprüngliche Träger
(zuletzt Oberstleutnant im Stab GT Pätz) 1969 nach Abschluss der OHS in Plauen fertigen. Die Abzeichen (außer Segelflug) wurden an dieser Uniform so ,von ihm, bis zur Einführung der neuen Uniformen 1974 getragen. Interessant ist die an der OHS 1968 erworbene Kampfsportnadel in Gold auf der rechten Uniformseite.Darunter das 1969 als Zugführer in einer Grenzkompanie erworbene Militärsportabzeichen.
In puncto ihrer Uniformen eine bemerkenswerte Sonderstellung hatten die Bootseinheiten der Grenztruppen/DDR an der Elbe (Dömitz) und in Berlin auf der Spree und Havel.
Im Gegensatz zu den entsprechenden Uniformarten der Grenzbrigade Küste hatten die Bootseinheiten den bekannten Ärmelaufnäher der Grenztruppen seit 01.12.1976. Auch das Mützenband wurde für diesen kleinen Verband speziell gefertigt.
Dieser Obermatrosen ist als Ehrenwache zum Tag der Grenztruppen am 01.12. eingesetzt.
An der Winterjacke wurde eigentlich keine Schützenschnur und Auszeichnung getragen, aber auf Befehl des Regimentskommandeurs konnte dazu, aus besonderem Anlass, abgewichen werden.
Um bei "gemischter" Wache den anderen NVA-Teilstreitkräften in puncto "Lametta" nicht nachzustehen, wurde von dieser Regelung in der DV selbstverständlich Gebrauch gemacht.
Angehöriger der Grenzkompanie Boltenhagen der 6. Grenzbrigade Küste (6. GBK)
Diese Uniform bekamen Ostseeurlauber entlang der DDR-Küste nach 22 Uhr oft zu sehen.
Die Jungs der GBK hatten zumindest in den Sommermonaten einen schönen Dienst und erlebten viele "tolle Momente" beim "Beräumen" von Strandkörben.
Besonders die Mischung aus Felddienstuniform und Matrosenbekleidung ist schon interessant und viele Teile sind mittlerweile nur noch schwer zu bekommen.
Bei der abgebildeten Ausrüstung gibt es einige Teile, die natürlich nicht Standard waren.
So wurden die "Luftis" als Sitzkissen in den 80er Jahren durch die Vorgesetzten nur geduldet.
Ein "Postenradio" mit Ohrhörer hatten zwar viele Soldaten, der Besitz und die Nutzung war aber riskant und wurde bei Entdeckung auch deftig bestraft.
Dienstuniform/ Stabsdienstuniform eines Oberstleutnant der Hubschrauberstaffel HS16 "Albert Kuntz" der Grenztruppen der DDR.
Zusammen mit vielen weiteren Uniform- und Ausrüstungsteilen erhielt Mario Liebsch diese, doch recht seltene, Uniform freundlicherweise aus den Händen des Trägers.
Zuletzt war er bis 1990 bei der Arbeitsgruppe der Grenzfliegerkräfte im Kommando der Grenztruppen in Pätz bei Königs Wusterhausen, südlich von Berlin, tätig.Vor dieser Dienststellung gehörte er als Pilot zum fliegenden Personal der Grenzflieger.
Diese kleinste eigenständige Formation der Grenztruppen, die Hubschrauberstaffel 16 mit ihren nur ca.400 Planstellen für Offiziere, Mannschaften und Zivilangestellte, entwickelte gerade bei den Uniformen des fliegenden Personals ein interessantes "Eigenleben".
Bis zur Herauslösung der Grenztruppen aus der Struktur der NVA ist es unstrittig, das die Offiziere der Mitte der 60er Jahre aufgestellten Staffel, die Uniformierung der Piloten analog der NVA Luftstreitkräfte trugen.
Ab ca. 1972/73 wird es aber dann interessant und die Ausführungen in der Fachliteratur und im Web zu den weiteren Entwicklungen in der Uniformtrageweise dieses Personenkreises bis 1986 widersprechen sich in Details häufig.Selbst Gespräche mit ehemaligen Angehörigen der Einheit bringen gerade in puncto Details keine eindeutige Klärung.
Auch das Auswerten von privaten Fotos im kleinformatigen Schwarz/Weiß brachte nicht viel Neues, da gerade die Farbe der Effekten nicht zu unterscheiden ist. Eine teilweise lange Nutzung von einzelnen Uniformstücken ist bei spezialisierten Offizieren in besonderer Verwendung, mit gesonderter Ausstattung (hier z.B. mit Pilotenanzug), nicht ungewöhnlich.
Uniformjacken in der Schnittform mit offenen Fasson wurden von Anbeginn der NVA nur für die Berufssoldaten der Luftstreitkräfte gefertigt.
Ab ca. 1970 wurden mit dieser Uniformart auch die Fallschirmjäger ausgestattet. Am 03.05.1973 wurde die Einführung dieser Uniformversion durch den Nationalen Verteidigungsrat der DDR auch für die Berufssoldaten der kompletten NVA Landstreitkräfte und den Grenztruppen beschlossen.
Die Massenproduktion begann im 3. Quartal 1973.
Ab 1974 erhielten die ersten Einheiten die neue Uniform. Der offizielle Tragebeginn war aber erst der 01.10.1975. (siehe dazu auch Keubke, Uniformen d. DDR, S.147). Das heißt, dass die Grenztruppen bis 1975 analog den NVA LASK die hochgeschlossene Uniform ohne Hemd und Binder trugen.
1976 wurde dann noch das neu eingeführte Ärmelband angebracht.
Der Hersteller 1802 sind die Burger Bekleidungswerke, daneben der Stempel für den Herstellungszeitraum 1/L. Oben rechts die Größe. Einzelanfertigungen für Armeeangehörige (die nicht unüblich waren- siehe Zweireiher und für Generale sowieso) wurden nur in autorisierten Schneiderein durchgeführt.
Diese Stücke hatten keine Herstellernummer und waren daher auch nie gestempelt. In den 60ern trugen sie oft ein eingenähtes Etikett der, zumeist zivilen, Schneiderei Produktionsgenossenschaft etc.
Unstrittig wird von allen Zeitzeugen die Trageweise der Uniformen mit blauem Kragenspiegel bestätigt.
Bei der Farbe der Unterlage der Schulterstücken wird es aber schon wieder, teilweise epochal, unpräzise.
Das Tragen des GT Ärmelbandes wird ab 1976 an allen Uniformarten (außer an der Gesellschaftsuniformjacke) einhellig bestätigt.
Kommen wir nun zu den Auszeichnungen des Oberstleutnants.
Beachtenswert ist hier vor allem das Leistungsabzeichen für Fallschirmspringer. Die Trageberechtigung des Abzeichens war innerhalb des normalen Offizierskorps der Grenztruppen schon außergewöhnlich und vermittelte sicher gerade bei einer Stabsdiensttätigkeit eine gewisse herausragende Sonderstellung in der Ausbildung und Einsatzbereitschaft.
Schlicht ausgedrückt- es machte etwas her! Trageberechtigt war man nach anfangs 10 Sprüngen (später reduziert auf 5). Da alle Piloten in der NVA mindestens einen Pflichtsprung zum Erhalt ihrer Fluglizenz pro Jahr zu absolvieren hatten, waren also ab ca. Dienstgrad Oberleutnant alle zum Tragen der Auszeichnung berechtigt gewesen.
An Uniformen von Piloten der Luftstreitkräfte sieht man das Abzeichen trotzdem äußerst selten, da sie sich ja schon untereinander als Flieger anhand des Klassifizierungsabzeichens erkannten und es die regelmäßigen Sprünge ja implizierte.
Der Oberstleutnant absolvierte Mitte der 70ziger Jahre eine sowjetische Militärakademie in Moskau. Daher das Akademieabzeichen der Sowjetarmee.
Der Abschluss einer Militärakademie befähigte zur Dienststellung in Stäben und war zumeist Voraussetzung um den Dienstgrad Oberstleutnant bis Oberst zu erlangen. Auch war dadurch sogar die Ernennung zum Generalmajor bei einer entsprechenden freien Dienststellung möglich.
Hier noch die Interimsspange mit dem Kampforden in Bronze, den 3 Stufen der Verdienstmedaille (Gold in der Form der Grenztruppen) und 3x die Auszeichnungen für Treue Dienste.
Ganz rechts unten die Auszeichnung für vorbildlichen Grenzdienst.
Auch den hier dargestellten Pilotenanzug von 1968 (Buchstabe K) bekommt man heute nicht mehr oft zu sehen.
Der Anzug ähnelt im Material und Farbe den zeitlich gefertigten FDA Winteranzügen.
Wer würde einen Offizier der Grenztruppen in dieser Uniform vermuten? Die Mütze noch mit gestickter Schwinge.
Unter dem Anzug wurde die mausgraue, seidenartige Unterwäsche
(siehe Rubrik B/A) getragen.
Man stellte Anfang der 70er Jahre aber fest, dass der hier gezeigte Anzug, insbesondere das synthetische Fell in Verbindung mit der Unterwäsche, im Falle eines Cockpitbrandes die Verletzungen des Trägers potenzieren würde.
Ende der 70er bekamen die Piloten daher einen modifizierten Anzug (in blau) und auch neue Unterwäsche, ebenfalls in blau gehalten.
Man kann übrigens keine normale Grenztruppenuniformjacke, an welcher sich einmal die üblichen Spiegel für Berufssoldaten mit Kantillen (im Bild links) befanden, zu einer Grenzfliegerjacke "umbauen". Man würde bei genauem Hinsehen die alten Nahtlöcher auf dem Kragen durch die unterschiedlichen Größen der Spiegel erkennen.
Abbildung aus:
Uniformeffekten der bewaffneten Organe II der DDR. Band 2 Autor: Klaus Walther
Aus der Sammlertätigkeit von Mario Liebsch:
Oft finden ehemalige Angehörige der bewaffneten Organisationen der DDR oder deren Hinterbliebene in Kisten, Koffern und Säcken verpackte Nachlässe.
Beim Auspacken und Sichten der Sachen ist man oft doch erstaunt, welch interessante Unterlagen und Gegenstände, das Ende der DDR, überlebt haben und nicht vernichtet wurden.
Vor Jahren war ein solcher Fund z.B. die originalen OvD Tagebücher der Jahre von 1973 bis 1978 von verschiedenen Einheiten der 7. NVA Panzerdivision. Die Lektüre war besser als jeder Krimi. Mit Klarnamen waren dort Vergehen aufgeführt von Diebstahl (zumeist Kraftstoff durch Berufssoldaten), Befehlsverweigerung, Alkoholexzesse, Tätlichkeiten ( zumeist im Zusammenhang mit der sog. "EK-Bewegung"), unerlaubte Entfernung, Kontaktaufnahme mit dem Feind und, und, und...!
Die teilweise beiliegenden Analysen, Protokolle und Ergebnisse der weiteren Vorgehensweise der MfS Verwaltung 2000 (Meldungen an "WOSTOK", "IKARUS" usw.) sind ein Spiegelbild der realen Verhältnisse in der ehemaligen NVA. Diese Unterlagen gingen an den Traditionsverein der ehem. 7. Panzerdivision und wird dort verwahrt.
Auch in den vielen Gegenständen, die der Oberstleutnant der Grenzflieger übergab, fand sich eine äußerst bemerkenswerte Tasche, die man nicht alle Tage zu sehen bekommt.
Insbesondere der Inhalt war zu DDR-Zeiten ohne Frage sicher mehr als "Streng Vertraulich!"
Es handelt sich offensichtlich um die Diensttasche eines Hubschrauberpiloten zur Flugvorbereitung und Flugdurchführung mit technischen Rechenhilfen und Kartenmaterial, auf welchen die Anflugzonen, Funkfeuer etc. in Richtung Staatsgrenze eingezeichnet sind.
Zu sehen ist die Petschaft zur Versiegelung der Tasche. Die an sich schon bemerkenswerte Tasche lieferte aber ganz nebenbei noch eine kleine Sensation.
Es ist das erste militärische B/A Stück der DDR, an welchem Klettband, hier als Verschluss der Lasche, verbaut wurde!
Das Klettband wurde von einem Schweizer in den 50ern erfunden und entwickelt. Das Patent lag dann, zu Zeit der Taschenherstellung, bei dem US-Unternehmen Velcro.
Da es hervorragend militärisch nutzbar ist, fiel es natürlich unter das Embargo der USA gegen die Ostblockstaaten.
Sicher wurde durch die KoKo eine geringe Menge trotzdem "importiert". Bei solch einer brisanten VS-Tasche mit überschaubarem Nutzerkreis, war das Risiko wegen Patentverletzung sich internationalen Ärger einzuhandeln doch scheinbar gering.
Zukünftige interessierte Generationen können sich an dieser Uniform auch in Echt, öffentlich, erfreuen. Das Konvolut wurde durch das Bayrische Armeemuseum in Ingolstadt erworben und ergänzt die dortige umfangreiche DDR Uniformsammlung. Es wird somit zu weiteren Forschungen immer zugänglich bleiben!
Gefreiter im GAR 5, 2. Batallion Potsdam.
Auf den ersten Blick möchte man meinen, diese Uniform sei in der falschen Rubrik. Aber weit gefehlt, sie spiegelt eine besondere Formation wieder.
Nach der Übernahme der Grenztruppen zur NVA 1961 gab es ernsthafte Bestrebungen und Überlegungen sie mit Panzerkräften auszustatten. Dazu kam es aber nie wirklich.
Mit dem Helsinkier KSZE Abkommen über Truppenreduzierungen und der folgenden Ausgliederung der Grenztruppen aus der NVA, kam das Thema aber wieder auf die Agenda.
Das, in Glöwen stationierte, Grenzausbildungsregiment 5 und insbesondere das in Potsdam, Heinrich-Mann-Allee stationierte, 2. Batallion, wurden mit SPW 60PB ausgerüstet.
In Potsdam waren es Ende der 80er fast 50 Stück SPW diesen Typs.
Die dortigen Soldaten hatten eine deutlich stärkere Mot.-Schützen Ausbildung als sonst in GAR üblich. Regelmäßig wurde das forcieren der Havel geübt.
Damit war auch schon zu DDR Zeiten jedem klar, was diese Einheit im Ernstfall machen sollte.
Die Gewässer in Babelsberg Richtung Westberlin forcieren.
Dabei war die Einheit die Reserve des Minister und wurde im Ernstfall sofort dem MfNV unterstellt.
Oft genug hieß es in Grenzkompanien aus heiterem Himmel für Soldaten plötzlich: Spint ausräumen, alles transportfertig in 30min, sie werden versetzt. Wenn die Verwaltung 2000 den Daumen senkte, war es vorbei mit dem Grenzdienst. So auch das Schicksal des oben dargestellten Gefreiten. Nach der 12wöchigen Grundausbildung ging es an die grüne Grenze, der Staatsgrenze zur BRD in eine Grenzkompanie. Gegen Ende des zweiten DHJ absolvierte er die Postenführerprüfung und bekam die grünen Postenführerstreifen als Soldat. Aber dann kam die plötzliche Versetzung und über Umwegen landete er als Richtschütze in einem SPW eines GAR.
Da er sich nichts zu Schulden kommen lassen hat, durfte er natürlich die Postenführerstreifen weiter tragen und bekam auch die damit verbundene Soldzulage.
Später als Gefreiter, mit den grünen Balken noch dazu, hatte er es diensttechnisch in einer Hinterlandeinheit natürlich richtig gut - er war halt mal richtig an der "Front". Viele versetzte Soldaten trafen es aber nicht so gut und landeten in Einheiten der NVA.
Dort hatten sie oft als Grenzer nichts zu lachen.
In den 80ern ging es dann oft in für die Volkswirtschaft tätige Einheiten im zumeist grenznahen Raum.
Da konnte man es gut treffen. Viele Grenzer erfuhren nie oder erst nach der Wende warum sie eigentlich weg mussten. Oft genügte der Ausreiseantrag eines nahen Verwandten oder Freundes für das MfS um auf Nummer sicher zu gehen.
Sie waren wohl die Elite der Grenztruppen der DDR.
Handverlesen durch das MfS und geprüft durch die Verwaltung 2000.
Die Grenzaufklärer operierten im vorgelagerten Grenzbereich meistens allein und verdeckt.
Die einfachen Grenzsoldaten mochten sie nicht, da sie auch die eigenen Kräfte beobachteten und Wachvergehen gleich mit schönen Fotos meldeten.
Schon ein freundliches Winken in Richtung BRD wurde als "Kontaktaufnahme mit dem Feind" ausgelegt und oft unverhältnismäßig bestraft.
Darstellung ca. Anfang 1979
Diese zu DDR Zeiten der Allgemeinheit eigentlich recht unbekannte Uniform ging auf Fotos vom Grenzübergang Bornholmer Strasse am 09.November 1989 um die Welt.
Ca. 3500, als Angehörige der Grenztruppen legendierte, Mitarbeiter des MfS versahen ihren Dienst in den Pass-Kontroll-Einheiten an den Grenzübergangsstellen (GÜST) der DDR zur BRD und Westberlin.
Für die GÜST um Westberlin wurden besonders viele ehemalige Angehörige des MfS Wachregimentes nach Ableistung ihrer verpflichteten Dienstzeit angeworben und mit unnatürlich schnellen Beförderungen bedacht.
Der Träger dieser Uniform wurde nach seiner Entlasung vom Wachregiment als Stabsfeldwebel innerhalb von nur 10 Jahren über die Fähnrich Dienstgrade bis zum Oberleutnant "durchbefördert".
ca. Frühjahr 1989
Die Einheit befindet sich im Grenzalarm wegen zwei "abgängigen" bewaffneten sowjetischen Fallschirmjägern aus Gardelegen.
Daher das kleine Geschirr.
Unser EK "52Anton" hat an solchen Tag mit dem UvD Posten Glück.
Am "Kanten" wird es bei solchen Lagen ohne Ablösung im Freien schnell ungemütlich.
Arrangement besteht aus:
Jacke sg56, Hose g56-2 m. HT-ES,
V-Pullover Gr.56, Stiefel 29,5
Käppi Gr.58, Koppel,Tragegestell m.
Magazintasche, Armbinde,
Quali GT Stufe 3, Sportabzeichen,
Bestenabzeichen 2x
Dieses Foto wurde freundlicherweise von der Fliegerkameradschaft, des HS16, zur Verfügung gestellt.Hier Publikation, in der AR 12/85, zur Einführung der neuen Qualifikationsabzeichen bei der NVA und den Grenztruppen. Im begleitenden Text wird Trageweise bei den Grenztruppen erklärt.
Bei den Grenztruppen gab es das bekannte Allgemeine Abzeichen für den Grenzdienst (rechts mit Grenzpfahl).
Die anderen Formen waren für Grenzer auch möglich, so den sie Spezialisten in dieser Waffentechnik waren und sich darin qualifiziert haben. Also Nachrichten und KFZ Dienst sowieso aber auch z.B. mot. Schützen, Ari und fliegertechnischer Dienst wären möglich, da die Grenztruppen über derartige Verbände verfügten.
Hier nun ein Beleg für die Nutzung von speziellen Qualispangen bei den Grenztruppen.
Die Ausführung für den waffentechnischen Dienst bei einem Offizier der Grenztruppen (ex 38902 Schönberg) mit interessantem Laufbahnweg über die Offiziershochschule (siehe Schulterstücken links).
Unten der entsprechende Befehl.
Die abgebildete Postkarte wurde 1977 durch den Militärverlag der DDR im Auftrag der Militärhandelsorganisation (MHO) gefertigt, gedruckt und in die Verkaufsstellen der Grenztruppen ausgeliefert.
Dort schlug sie, sprichwörtlich, wie eine Bombe ein.
Der im Grenzdienst versierte Insider erkannte natürlich sofort, dass die beiden glücklich aussehenden Grenzer auf dem Motorrad gerade die DDR verlassen haben und in das Land, wo die Blumen blühen, eingefahren sind!
Das Metallschild mit dem DDR Hoheitszeichen war nur auf der Seite der Säule zur BRD angebracht und hinter der Säule war halt die Staatsgrenze. Ein echter Lapsus!
Nebenbei interessant sind aber noch andere Details der Abbildung, so z.B. die Nieten an den Helmen und die "Mischung" der Farben der Uniformen.
Elemente der Strichtarnform sind eindeutig, aber die farblichen Sprenkel lassen auch das Flächentarnmuster erkennen. Die eigene Militärdienstzeit des Grafikers muss jedenfalls weit vor1977 gelegen sein und die Grenze hat er nie aus der Nähe gesehen, daher vielleicht die "künstlerischen Kapriolen"!
Jedenfalls wurde von dieser Karte, nach unserer Kenntnis, keine weitere Auflage gedruckt!
Zur besseren Veranschaulichung wurden hier Bilder aus Print-Quellen verwendet.
Diese sind:
Uniformeffekten der bewaffneten Organe II der DDR. Band 2 Autor: Klaus Walther
Armeerundschau Heft 12/1985
Auszug aus dem Befehl 73/88
Militärverlag der DDR (Postkarte)
und wurden an der entsprechende Stelle gekennzeichnet.