Die hier dargestellten Generale sind Teil der Landstreitkräfte (LaSK) der NVA.
Es gab in der NVA, den Grenztruppen und dem MfS mindestens 117 Generale die den Dienstgrad Generalleutnant erreichten.
Davon wurden 17 weiter zum Generaloberst befördert. Dieses Uniformkonvolut, aus der Vermittlung eines Generalmajors, passt nach Dienstgrad, Akademieabzeichen und den Auszeichnungen zu drei Personen.
Hier könnte man also noch weiter forschen. Alle Teile passen größenmäßig zueinander.
Der Träger muss ca.175-178cm groß gewesen sein und ca. 85-88kg schwer.
Uniform entspricht einer XL mit leichtem Bauchansatz.
Da noch kein, für das Akademieabzeichen vorgefertigtes, gesäumtes Befestigungsloch an der Jacke vorhanden ist, muss die Uniform vor 1986 gefertigt worden sein.
Siehe dazu: Wenske "Die Generale und Admirale der Nationalen Volksarmee"
Ein Umstand den wir schon oft in Nachlässen von "altgedienten" Offizieren erlebt haben, ist der Besitz von Akademieabzeichen verschiedener Fertigungsepochen.
Dies ist auch leicht zu erklären. Zumeist hatten die Träger nach Abschluss der Akademie anfänglich zweimal das aktuell gültige Abzeichen für die Ausgangs-& Dienstuniform.
Durch die stufenweise spätere Einführung der neuen Uniformarten Gesellschaftsuniform und Stabsdienstuniform erwarben sie oft die Abzeichen neu, in der zum Zeitpunkt aktuellen Form.
Auf dem Foto oberhalb die IS-Spange als Fertigung der Münze Berlin. Auch hier waren einige Träger sehr pragmatisch und trugen IS- Spangen mit unterschiedlicher Ordensbestückung an verschiedenen Uniformen. Dieser Umstand kann heute leicht zu Irrtümern bei der Zuordnung einer Uniform führen.
Auch das oben erwähnte Buch hilft da manchmal nicht weiter, da dort oft Auszeichnungen fehlen.
Auf den beiden Fotos ist der Unterschied zwischen den Schulterstücken für Blusen (flache Form) und für Jacken/Mäntel (hohe Form) gut zuerkennen.
Auf diesen Bildern sind die Achselschnur, die Feldbinde mit Schlaufe für die Paradeuniform und der Ehrendolch mit Dolchgehänge in der Verleihungsschatulle zu sehen.
Ausgangsuniform ("Minsker Zwirn") als Maßanfertigung
ca. Gr.27 (52/54 m. Bauch),
Hemd Gr.43N, Halbschuhe Gr.29, Mütze Gr.59,
Stoff- Interimsspange mit Plasteüberzug + IS VVO Bronze, 2x SU Akademieabzeichen (1x Generalstab)
Die Achselschnur an der Ausgangsuniform entsprach der DV ab ca.1986.
Ab ca.1987 durfte nur noch das höchste Akademieabzeichen getragen werden.
ca. Mitte der 80ziger Jahre,
Maßanfertigung
ca. Gr.27/28 (52/54 m. Bauch)
Hemd Gr.43N, Mütze Gr.59,
Ordenspangen u.a.m. VVO Bronze, Kampforden.
1x SU Akademieabzeichen (Generalstab)
Hier sind die Sommer- und Wintervarianten des Dienstanzuges des Generalmajors abgebildet.
Hier noch die beiden weiteren Uniformen.
Die Ausgangsuniform, sowie die Gesellschaftsuniform.
Die Gesellschaftsuniform ist in der sogenannten großen Version mit Achselschnur und Orden lang ausgeführt.
Eigentlich gehört der Ehrendolch dazu getragen, aber es gibt Fotos in dieser Trageweise ohne Dolch, vermutlich gern zu fortgeschrittener Stunde abgelegt.
Zum Uniformkonvolut gehören auch 5 Uniformblusen mit Effekten, 2 mit dem SU Akademieabzeichen und 2 mit Interimsspangen der Münze Berlin. Die Spangen weichen in ihrer Bestückung voneinander ab.
Bei einer ist Banner der Arbeit Stufe 1 die höchste Auszeichnung rechts, bei der anderen Version der VVO in Bronze.
Laut dem Buch ,,Die Generale und Admirale der NVA" waren der Kampforden die höchste Auszeichnung unseres Generales, aber dies ist nicht korrekt.
Die Recherchen von Herrn Mario Liebsch ergaben, dass anhand von Urkunden, der erhaltene VVO und BdA vor dem Kampforden stehen.
Die FDA für Generale der NVA wurden im VEB Spezialbekleidung Leipzig gefertigt.
Im Gegensatz zu den anderen abgebildeten Dienstuniformen, die alle maßgeschneidert sind, ist dieser Anzug von der "Stange" und hat ein Größenetikett wie man es von den üblichen FDA kennt.
Ansonsten unterscheidet er sich schon in etlichen Details vom normalen Modell.
Markant von außen sind sofort die fehlenden Oberarm- & Beintaschen, sowie komplett entfallenen Tarnschlaufen. Von innen ist der Anzug mit einer Art Seidenfutter ausgestattet. Im Kragen fehlen die Knöpfe für eine Kragenbinde.
Zum FDA Sommer wurde vielfach auch, anstelle des Käppi, die Schirmmütze getragen.
Eine von Offizieren und Generalen im Winter gern getragene Uniformkombination war die Felddienstjacke Winter zur Stiefelhose über der Bluse bzw. der Dienstjacke.
Insbesondere durch unangemeldete Inspektionen von Objekten (gern auch im Grenzstreifen) haben sich etliche KDP-Posten den nächsten Ausgang verdorben.
Ein General im UAZ ohne Kopfbedeckung, die Hose war durch die Höhe nicht zusehen, wurde gern von frischen Soldaten als Herr Major identifiziert und es erfolgte keine Vorwarnung in den Stab.
Wenn dann die Herren, ohne Vorwarnung, im Dienstzimmer des Objekt-Kommandeurs standen war das Theater danach für den Wachzug unbeschreiblich und von bleibender Erinnerung.
Felddienstanzug für Generale der DDR mit Effekten eines Generalmajor in Gr. g48-1 von 1978 (U).
Dazu Bluse mit Effekten und IS-Spange in der Form ab 1974. Käppi in Gr.55.
Obwohl beim MfS die Tragevorschriften der NVA weitestgehend gültig waren, wurde wie auf diesem Foto zu sehen ist, doch gemacht was gefällt.
Markus Wolf, in Generalsuniform in der Mitte, trägt den Galaanzug (des diplomatischen Korps) mit einer schon als "gigantisch" zu bezeichnenden Interimsspange. Er wollte scheinbar seinem Chef nicht nachstehen.
Die Offiziere zu seiner Seite halten sich auch nicht an eine DVO und haben Orden und Auszeichnungen kunterbunt über die Brusttaschen hinweg (Hauptsache bedeutend) angelegt. Interessant ist auch die Trageweise der Ehrendolche zu dieser Uniformart ohne Feldbinde.