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Kaserne "Josef Zettler" (NVA)



Eingang Kühnauer Straße (1968) Hochhaus von der Kasernenseite (1981)

 

Standort Dessau, Kühnauer Straße 161
Baujahr 1933 - 1934 auf dem Gelände des Junkers-Altwerkes
Nutzung 1933 - 1945 Konzernzentrale der Junkers AG
1945 - 1953

Nutzung durch amerikanische und anschließend sowjetische Fliegerkräfte

1954 - 1956 Topografische Abteilung der KVP
1956 - 1963

Transportfliegerschule der LSK NVA

1963 - 1990 Stabssitz und Aufklärungszentralen des FuAR-2/ZFD der NVA
01.03.1976

Verleihung des Ehrennamens: „Kaserne Josef Zettler“

01.11.1989 Umbenennung des FuAR-2 in: Zentraler Funkdienst der NVA
1990 - 1992

Abwicklung des Zentralen Funkdienstes der NVA

ab 1992 Landesverwaltungen und Polizeidirektion

Für jede Armee ist es wichtig, eine funktionierende Aufklärung zu betreiben. Ein wichtiger Teilbereich davon ist die Funkaufklärung. In der Kühnauer Straße 161 wurde ab November 1963 die zentrale Funkaufklärung der NVA (Funkaufklärungsbataillon-21) stationiert und in den Jahren bis 1966 zum Regiment erweitert. Neben diesem Objekt gab es eine Reihe von dezentral dislozierten Außenstellen im Gebiet der DDR und ein zusammenwirkender Peiler in der CSSR. Diese hatten Ihre Aufklärungs-ergebnisse zu zuarbeiten. Die Aufgabe der NVA-Funkaufklärung bestand im Finden, Abhören, Peilen und  Auswerten von gegnerischen, militärischen Funkaussendungen sowie der Analyse neuer Übertragungsarten. Aufgeklärt wurden ausschließlich Funkbeziehungen der NATO-Streitkräfte im Frequenzbereich 14 KHz bis 18 GHz, ab 1989 bis 40 GHz.

Im Objekt waren neben dem Stab des Funkaufklärungsregimentes-2 auch die Funkaufklärungszentralen "Kurzwelle", "Technische FuAKl", "Satelliten", die Auswerte- und Informationsstelle sowie die sicherstellenden Einheiten (Nachrichtenzentralen und Rückwärtige Dienste) und die Ausbildungskompanie für Unteroffiziere untergebracht. Die Einheit war in der Lage, stationär und mobil (mit zwei Staffeln und Einsatzgruppen) aufzuklären.

Das Funkaufklärungsregiment-2 hatte 1989 eine Sollstärke von 1.001 Armeeangehörigen, davon 126 Offiziere, 92 Fähnriche, 110 Berufsunteroffiziere, 342 Unteroffiziere auf Zeit, 104 Gefreite in Ausbildung zum Unteroffizier und 227 Soldaten im Grundwehrdienst.

Im November 1989 erfolgte die Umbennenung der Einheit in "Zentraler Funkdienst der NVA". Sie sollte zukünftig nur noch stationär arbeiten und wurde ab dem 3. Oktober 1990, nach der Wiedervereinigung, abgewickelt.

Ein heute noch sichtbares Wahrzeichen ist der 10m-Parabolspiegel auf dem ehemaligen Flugplatz. Er wurde in eine zivile Nutzung überführt und dient heute den Funkamateuren an der Dessauer Klubstation DK0ZAB für Erde-Mond-Erde-Verbindungen.

 

weitere Informationen finden sie in unserer Publikation (erhältlich im Shop):

Heft 01/2008 - Das Funkaufklärungsregiment "Hans Jahn" in Dessau, ein Teil der Militäraufklärung der NVA

Einblicke in die Kurzwellenaufklärung, Satellitenaufklärung und das Nachrichtensystem des FuAR-2/ZFD

Heft 02/2008 - Das Funkaufklärungsregiment "Hans Jahn" in Dessau, ein Teil der Militäraufklärung der NVA

Ein Einblick in die Geschichte des Regiments

und im "FuAR-Buch":

Peter Blümer (Hrsg.) - Die Militäraufklärung der NVA, Die Funk- und Funktechnische Aufklärung (FuAR-2 / ZFD) - ehemalige Aufklärer berichten.

Erschienen im Verlag Dr. Köster, Berlin ISBN 978-3-89574-840-0, 34,80 €

Erhältlich beim Verlag und im Buchhandel