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Die Kaserne in Dessau-Kochstedt

Flak-Kaserne in Dessau-Kochstedt

 

Standort

Dessau OT Kochstedt




Baujahr 1934 - 1937
entlang der Straße nach Dessau wurde der Kiefernwald gerodet und die Kaserne errichtet (südlich der heutigen Bergstraße)




Nutzung 1936 - 1937
Flak-Regiment 26

1937 - 1945

Flak-Regiment 43, anschließend Flak-Regiment 143 und ab 1940 Fallschirmpioniere


Mai 1945

amerikanische Besatzungstruppen


Juni 1945 - 1948

Nutzung durch Rote Armee

1948 - 1951

Höhere Offiziersschule der KVP


1951 - 1952

KVP-Bereitschaft, Ausbildung von Offizieren für Infanterie, Artillerie und Panzer

1954 - 1991

Landstreitkräfte der Sowjetarmee


ab 1993
Wohngebiet "Waldsiedlung"

Dessau wurde 1933, nach der Enteignung Hugo Junkers, zu einem der wichtigsten Luftrüstungszentren (Junkers-Flugzeugwerke) in Deutschland ausgebaut und mußte durch den Aufbau eines strategisch wirksamen Luftschutzes gesichert werden. Ein wesentlicher Teil des Luftschutzes waren die Flak. Die Flak-Kasernenanlagen befanden sich im Kochstedter Wald und wurden so errichtet, dass sie aus der Luft kaum aus zu machen waren. Die Kaserne verfügte neben Unterkunftsgebäuden, Garagen, Schulungseinrichtungen auch über Kantinen und ein Offizierskasino. Weiterhin befand sich auf dem Gelände die Militärverwaltung. Der Kasernenkomplex wurde autark durch eigene Einrichtungen versorgt (Heiz-Kraftwerk, Wasserwerk und Klärwerk).

Die Aufstellung der Fallschirmpioniere erfolgte 1940 unter strengster Geheimhaltung. Ihre Ausbildung unter gefechtsnahen Bedingungen (auf dem Übungsplatz der Pionier-Schule Dessau-Roßlau) wurde für die pioniertaktischen Fächer: Sprengen, Bunkerkampf, Sturmangriff, Luftlandungen durchgeführt. Weitere Spezialfächer waren: Bootsführer, seemännische Ausbildung und Straßenbahnfahren.

In den Jahren 1935 - 1945 waren im Kasernenkomplex bis zu 2.400 Angehörige der Luftwaffe stationiert. Das Flakzeugamt in Oranienbaum versorgte die Regimentsabteilungen mit erforderlichen Geräten, Munition und Granaten. Beim Einzug der amerikanischen Truppen (16. April 1945) war das Munitionslager noch gut bestückt.

Nach den Amerikanern übernahm die Rote Armee im Juni 1945 das Objekt und verließ es 1948 wieder. Anschließend wurde hier bis 1951 die höhere Offiziersschule der Kasernierten Volkspolizei (KVP) untergebracht. In den Jahren 1951 und 1952 lag hier eine KVP-Bereitschaft und es erfolgte weiterhin die Ausbildung von Offizieren.

Ab 1954 übernahm die Sowjetarmee wieder das Gelände und stationierte hier das 670. selbstfahrende Garde-Artillerie-Regiment. Die sowjetischen Truppen verließen 1991 den Kasernenkomplex, wonach er leer stand.

Im Kasernenkomplex wurde randaliert und mehrfach Brände gelegt. Durch diesen Vandalismus entstanden starke Schäden an den Gebäuden, die bis zu deren Abriss führten.

Ab 1993 begannen Planungen zum Ausbau als Wohngebiet. Nach dem Baubeginn des ersten Einfamilienhauses im Sommer 1997 folgen viele andere und es entstand das heutige Wohngebiet "Waldsiedlung".

 


Vereidigung 1939 in der Flak-Kaserne Haupteingang zur Flak-Kaserne (Postkarte)
Gruppenfoto auf dem heutigen "Heideplatz" Flak 8,8 in Marschlage hinter ZKW (Halbkette)

 

weitere Informationen finden sie in unserer Publikation (erhältlich im Shop):

Heft 03/2011 - Dessauer und Roßlauer Kasernen

Die FLAK-Kaserne in Dessau-Kochstedt